1. Kapitel

Neapel wurde um das 9. Jahrhundert v. Chr. von den Griechen gegründet und erhielt den Namen „Neapolis“, was „neue Stadt“ bedeutet. Diese frühe griechische Kolonie entwickelte sich zu einem Handelszentrum im Mittelmeerraum. Die griechische Kultur prägte die Stadt tiefgreifend.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde Neapel von verschiedenen Mächten beherrscht. Nach den Griechen kamen die Römer, die die Stadt im 4. Jahrhundert v. Chr. eroberten. Unter römischer Herrschaft blühte Neapel weiter auf und wurde ein bedeutendes kulturelles und wirtschaftliches Zentrum. Die Römer hinterließen zahlreiche Bauwerke – Aquädukte, Thermen, Tempel und Theater. Vieles liegt heute unter den Häusern der Stadt.

Mit dem Fall des Römischen Reiches im 5. Jahrhundert n. Chr. geriet Neapel in eine Zeit des Umbruchs. Die Stadt wurde nacheinander von den Byzantinern, den Langobarden und den Normannen kontrolliert. Besonders unter der normannischen Herrschaft im 11. und 12. Jahrhundert erlebte Neapel eine Phase des Aufschwungs. Die Normannen förderten den Handel und bauten beeindruckende Festungen, wie das Castel dell‘Ovo, das noch heute eines der Wahrzeichen der Stadt ist.

Im 13. Jahrhundert wurde Neapel Teil des Königreichs Sizilien und später, im 15. Jahrhundert, des Königreichs Neapel. Während dieser Zeit erlebte die Stadt eine kulturelle Blütezeit. Die Renaissance hinterließ tiefe Spuren, und bedeutende Künstler wie Caravaggio wirkten in der Stadt. Neapel entwickelte sich zu einem Zentrum der Kunst und Wissenschaften, unterstützt von einer Reihe mächtiger und kunstliebender Herrscher.

Im 18. und 19. Jahrhundert wurde Neapel Teil des spanischen und dann des französischen Königreichs. Auch diese Epochen brachten neue kulturelle Einflüsse. Der Barock hinterließ prächtige Kirchen und Paläste, während die Aufklärung neue intellektuelle Impulse setzte. 1860 wurde Neapel schließlich in das Königreich Italien eingegliedert, was eine Zeit der Modernisierung und des industriellen Wachstums einleitete.

Während der verschiedenen Epochen, sei es unter byzantinischer, normannischer oder spanischer Herrschaft, war die christliche Kirche nicht nur das spirituelle Zentrum, sondern ein auch wichtiger Förderer der Künste. Die Religion schuf Mythen, Symbole, Architektur und Artefakte, die die Stadt bis heute prägen.

Die Geschichte des 20. Jahrhunderts war von großen Schwierigkeiten geprägt. Die Stadt litt unter den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und den sozialen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Nachkriegszeit. Danach, in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebte die Stadt aber eine kulturelle Wiedergeburt, geprägt durch den Aufstieg der neapolitanischen Musik, wie der Canzone Napoletana, der neapolitanischen Literatur und als Schauplatz des italienischen Films.

Heute ist Neapel eine Stadt voller Kontraste, in der alte Traditionen und moderne Entwicklungen nebeneinander existieren. Die historischen Viertel mit ihren engen Gassen und Kirchen stehen im Kontrast zu den modernen Vierteln und dem geschäftigen Hafen. Kulturell bleibt Neapel ein Schmelztiegel mit einer eigenen Sprache, dem Napulitano, in dem die Einflüsse der vielen Epochen wahrnehmbar sind.

Neapel hat eine lebendige Kunstszene, die vom traditionellen neapolitanischen Kunsthandwerk bis hin zu zeitgenössischen, auch international aktiven Künstlern reicht. Streetart hat in den letzten Jahren eine bedeutende Rolle eingenommen und prägt jetzt das Stadtbild in einigen Stadtteilen.

Buchcover von Oliver Miersch: Hidden Impact – Street art, graffiti, and iconography in Naples
// Streetart, Graffiti und Ikonografie in Neapel

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